Zurück im Leistungssport: Dritter Teil – Erlebnisbericht über Frühjahrslauf Dachau und Schlierseelauf

Das Erleben und die Eigenerfahrung wird – genauso wie bereits im ersten und zweiten Teil – erneut ganz groß geschrieben. Der Frühjahrslauf Dachau am 01.05.2019 und auch der Schlierseelauf am 18.05.2019 stellten dazu einen hervorragenden Rahmen zur Verfügung.

4km innerhalb des Frühjahrslauf Dachau

Der Forstenrieder Volkslauf am 30.03.2019 verläuft wie im zweiten Teil erwähnt nicht wie geplant. Es heißt danach erstmal erholen und auskurieren, was erfreulicherweise zügig erfolgt. Nach ein paar Tagen sind die angeschwollenen Lymphknoten vollständig ausgeheilt und auch die Entzündungswerte wieder im Normalbereich.

Mein zweiwöchiger Urlaub ab dem 05.04.2019 kommt mir hier ebenso zugute. Die erste Woche tatsächlich als Urlaub geplant kann ich hier ganz locker laufen und die ein oder andere intensive Einheit wie Pyramidentraining und Fahrtspiel einbauen. Ab 13.04.2019 geht’s dann mit dem MRRC ins alljährliche Trainingslager nach Cecina (Bilder und auch ein kleiner Film von mir unter vorstehendem Link). Zwar bin ich hier als Athlet und Trainierender dabei, jedoch ebenso als FMS Trainer, TMX Trigger Coach sowie als Masseur.

Durch das rege Wahrnehmen meiner Coaching- und Trainingsangebote durch die Teilnehmer komme ich zwar selbst nicht so zum Trainieren wie gewünscht, jedoch bleibt auch somit das Risiko aus, sich zu überfordern. Zudem überwiegt die Freude, den Athleten zusätzlich einen Gewinn im Trainingslager zu bieten. Ich bin halt doch mehr begeisternder Coach und Trainer als Athlet 🙂

Viel zu schnell ist die wunderbare Trainingswoche vorbei. Am Ostersonntag sitze ich zwar auch wieder im Sattel, jedoch wird hier schon wieder im Münchner Umland in die Pedale getreten. Mittlerweile habe ich mich entschieden am 1. Mai beim Frühjahrslauf in Dachau über die 4km zu starten. Perfekte Vorbereitung für den gut zwei Wochen später stattfindenden Schlierseelauf, wo ich über die 7,5km Distanz an den Start gehen will.

Mein BEWECTes Trainingskonzept aus Schmerzfreiheit, gesunder Performance und Motivation sowie zielgerichteter Ernährung stabilisiert sich und bleibt vor allem nachhaltig. Es gibt eine Struktur vor, welche zudem Sicherheit gibt.

Am Vormittag des 1. Mai stehe ich also bei herrlichem Laufwetter an der Startlinie des 4km Frühjahrslaufes. Gleich vom Start weg wird ein hohes Tempo gegangen, was natürlich die kurze Streckenlänge mit sich bringt. Ich reihe mich in einer kleinen Gruppe um die erste Frau ein, eine gute Orientierung für mich. Juliane ist vom Lauffeuer Chiemgau, genau wie Harald, der unsere Dreier-Gruppe knapp nach Kilometer 1 vervollständigt.

Das Anfangstempo können wir gut halten, so dass wir uns auf dem Rundkurs wieder sehr schnell Richtung Ziel bewegen. Harald hat noch ein paar Körner übrig und zieht einen knappen Kilometer vorm Ziel an. Juliane und ich können nicht ganz folgen. Bis wir uns jedoch versehen, brechen auch schon die letzten Meter an. Ein letzter Spurt der ersten Frau vom Lauffeuer Chiemgau. Ich reihe mich kurz dahinter ein und wundere mich über die Endzeit von 14:24 Minuten.

Wie sich später herausstellt, war die Strecke nicht ganz 4 Kilometer lang, ungefähr 3,8 Kilometer waren's am Ende. Trotzdem respektable Zeit mit knapp 3:50min Pace und 6.Gesamtrang. Und da meine beiden Athletinnen der MRRC Leistungsgruppe auch nur knapp hinter mir als 2. und 3. Frau gesamt ankommen, holen wir uns den 2. Rang in der Teamwertung. Gelungene Veranstaltung und Motivation in Richtung Schliersee.

7,5km innerhalb des Schlierseelauf

Mit dieser Euphorie geht es am Tag der Arbeit ans Auslockern. Donnerstag nur eine langsame Runde als Lauftrainer einer Firmengruppe und Freitag das übliche wöchentliche Schwimm- und Saunaprogramm. Die Muskeln und mein ganzer Bewegungsapparat freuen sich immer wieder darauf, gerade nach harten Einheiten.

Neben den Berufs- und Freizeitaktivitäten schaffe ich es in den nächsten Wochen, auch wieder am hervorragenden Mittwochstraining des MRRC teilzunehmen. Stabilisation und Lauf-ABC mit dem Hauptprogramm Intervalle, immer wieder schön mit Gleichgesinnten die Bahnen im Dantestadion zu ziehen. Ich habe zwar keine große Schwierigkeit dies alleine durchzuziehen, jedoch ist es in der Gruppe natürlich umso motivierender.

Schnell steht auch schon der 18.Mai vor der Tür. Start genauso wie beim Forstenrieder Lauf erst nachmittags um 14 Uhr, etwas schwieriger die kurzfristige Vorbereitung mit Konzentration und hinsichtlich Essen. Startzeiten am frühen Morgen bieten dagegen nicht viel veränderten Handlungsbedarf. Aber kein Problem, gesunder Optimismus ist das Stichwort. Das Wetter passt ebenso wieder hervorragend.

Am Schliersee angekommen beeindruckt immer wieder die Kulisse mit See und Berge, einfach atemberaubend. Durch den Stau bei der Anfahrt bleibt nicht viel Zeit zum Aufwärmen. Das übliche Programm mit Mobilisation, Lauf-ABC und paar Steigerungen wird durchgezogen. Dann reihe ich mich schnell ziemlich weit vorne ein, da ich ja über die kürzeste heute gelaufene Distanz an der Startlinie stehe. Neben mir auch noch die Läuferinnen und Läufer über die 10km- und Halbmarathon-Distanz.

Wie schon in Dachau geht’s vom Start weg zur Sache. Ich laufe hinter der Gruppe von Thea Heim, welche mehrfach vordere Platzierungen bei deutschen Meisterschaften und internationalen Rennen vorzuweisen hat. Die Gruppe ist jedoch über die Halbmarathon-Distanz unterwegs, die sich nach Kilometer 3 genauso wie die 10km-Läufer auf die Schleife um das Markus-Wasmeier-Museum macht. Für mich geht es stattdessen in Fischhausen weiter am Ufer des Schliersee und langsam zurück in den Startort.

20 Meter vor mir ein Läufer, zu dem ich schnell aufschließen kann. Davor nicht ganz so viel zu sehen. Kurz gehen mir Gedanken durch den Kopf, was für einen Platz wir uns gerade auslaufen. Ziemlich egal, wichtig ist, dass es sehr gut für mich läuft. Das Tempo, was ich schon beim Dachauer Frühjahrslauf durchgezogen hatte, kann ich halten, auch wenn die Beine mit jedem Meter etwas schwerer werden. Das scheint jedoch bei meinem Mitstreiter auch nicht spurlos vorbeizugehen. Ich ziehe an ihm vorbei.

Kurz nach Kilometer 4 eine ca. 100m lange Steigung, trotzdem versuche ich das Tempo zu halten. Der Puls geht nochmal deutlich nach oben, im Blick aber mehr die jetzt schräg unter mir liegende Rixneralm am See. Wie gern würde ich mich hier für Espresso und Kuchen hinsetzen, nebenbei gesagt sehr zu empfehlen 🙂 Stattdessen lasse ich es auf dem Radweg Richtung Schliersee weiter ‚rollen‘. Jetzt auf mich allein gestellt – hinter mir in naher Entfernung keiner und auch vor mir nicht – besinne ich mich meines Laufstils und der doch guten Form. Ein weiterer knackiger 50m Anstieg nach Kilometer 6. Puh… jetzt wird’s hart, aber ich bin ja schon auf den letzten Metern.

Da taucht der Führungsradler plötzlich auf, welcher wohl den Ersten schon ins Ziel begleitet hat. Er schreit mir zu: „Du bist Dritter.“ Was?! Etwas ungläubig darüber wächst natürlich die Euphorie und Motivation für die letzten 800 Meter weiter. Ich halte mein Tempo, widerstehe der Versuchung mich umzudrehen und bekomme kurz drauf den 3.Gesamtrang nochmal von einem kleinen Jungen bestätigt. Also tatsächlich. Ich genieße die letzten 200 Meter unter dem Applaus der Zuschauer und der tollen Moderation von Sabine Kirchmair. Kurz vor der Ziellinie ein Freudeschrei, welchen Sabine gleich erklärt haben will. Ins Mikrofon stammele ich etwas erschöpft und kopfschüttelnd: „Dritter… Wahnsinn… des gibt’s ja ned.“

Da kommst du nach Schliersee, um einfach nur zu laufen, die Natur zu genießen und Spaß zu haben und dann läufst du aufs Podest... unbeschreiblich!!! Letztendlich wollte ich nach dem Lauf gleich wieder Richtung München aufbrechen, um meine Tennismannschaft beim zweiten Punktspiel zu unterstützen, ich bleibe jedoch selbstverständlich für die Siegerehrung. Nichtsdestotrotz geht sich die Unterstützung meiner Tenniskameraden im Doppel dann tatsächlich auch noch aus. Ein perfekter Tag 🙂

Fazit: Es funktioniert noch, schnell zu laufen und sich zu entwickeln. Nach dem Ergebnis vom Forstenrieder Volkslauf zeigt das Formbarometer stetig nach oben. Der 'alte' Mann trainiert weiter und hat viel Freude und Leidenschaft dabei 😉

​Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.

Ich bin schon sehr gespannt, wie der Weg weitergeht. Ihr hört in jedem Fall wieder von mir.

BEWECTe Grüße
Benjamin Weiderer
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Über den Autor Benjamin Weiderer

Als Personal Trainer, Sport- und Massagetherapeut sowie Dozent und Fachbuchautor verhelfe ich Dir, schmerzfrei zu gesunder Performance zu gelangen und Dein nächstes Fitnesslevel zu erreichen.

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